Gewerbegas

Betriebe kaufen Gas anders ein als Haushalte: netto statt brutto, mit eigenem Lastprofil und ab einer gewissen Größe gar nicht mehr über einen Onlinevergleich. Diese Seite ordnet ein, welcher Weg für Ihren Verbrauch der richtige ist.

Gewerbegas-Rechner öffnenAb 1.500.000 kWh: Industriegas

Drei Wege, eine Weiche

Welcher Weg für Sie gilt, entscheidet allein der Jahresverbrauch. Die Weiche ist im Rechner fest verdrahtet, Sie müssen sich nicht selbst einordnen.

JahresverbrauchWegWarum
bis 50.000 kWhHaushaltstarife, Lastprofil h0Kleine Betriebe fahren mit dem Standardlastprofil oft am günstigsten. Der Gasrechner zeigt dieselben Tarife wie für Haushalte.
50.000 bis 1.500.000 kWhGewerbetarife, Lastprofil g0Ab hier lohnt das Gewerbeprofil. Preise werden netto ausgewiesen, der Vergleich läuft über den Gewerbegas-Rechner.
über 1.500.000 kWhindividuelles AngebotDer Preis entsteht in der Ausschreibung, nicht in einer Liste. Der Onlinevergleich entfällt, es geht direkt in die Industriegas-Anfrage.

Die Schwellen liegen als Konstanten GV_SCHWELLE_GEWERBE und GV_SCHWELLE_INDUSTRIE im Rechner; Seite und Rechner lesen denselben Wert.

Eine vierte Größe kommt aus der Beratung und steht in keiner Konstanten: Ab rund 150.000 kWh im Jahr lohnt sich ein persönliches Angebot, auch wenn der Onlinevergleich technisch noch funktioniert. Was Betriebe derzeit zahlen und warum sich das Verhandeln ab dieser Menge rechnet, steht unter Gewerbegaspreise, mit Preisen aus unserer eigenen Erhebung im Gewerbeprofil.

Verbrauchsklassen: wo steht Ihr Betrieb?

Die folgenden Größenordnungen helfen bei der ersten Einordnung. Sie sind Erfahrungswerte für die Gebäudeheizung und keine erhobenen Zahlen – ein Produktionsprozess mit Prozesswärme sprengt jede dieser Klassen.

BetriebVerbrauch im JahrTypischer Weg
Büro oder Praxis, bis rund 200 m²15.000 – 30.000 kWhHaushalts- oder Gewerbetarif
Ladengeschäft, kleine Gastronomie30.000 – 80.000 kWhGewerbetarif
Hotel, Pflegeheim, Schule100.000 – 500.000 kWhGewerbetarif
Handwerksbetrieb mit Hallenheizung200.000 – 800.000 kWhGewerbetarif
Produktion mit Prozesswärmeab 1.500.000 kWhindividuelles Angebot

Schätzhilfen zur Einordnung, keine erhobenen Werte. Maßgeblich ist Ihre letzte Jahresabrechnung.

Lastprofil: h0 oder g0

Der Netzbetreiber ordnet jede Entnahmestelle einem Standardlastprofil zu. Es beschreibt, wie sich der Verbrauch über den Tag und über das Jahr verteilt, und geht in die Netzentgelte ein.

Was das für Vertrag, Umsatzsteuer und Zähler bedeutet, steht ausführlich unter Gewerbegas oder Privatgas, dort auch ein Preisvergleich beider Lastprofile aus derselben Erhebung.

h0 – Haushalt

Verbrauchsspitze morgens und abends, starker Winterschwerpunkt. Gilt für Wohngebäude und kleine Einheiten mit haushaltsähnlichem Verlauf.

g0 – Gewerbe allgemein

Gleichmäßiger über den Werktag, deutlich schwächer am Wochenende. Das Profil, mit dem wir Gewerbetarife abfragen.

Registrierende Leistungsmessung

Oberhalb der Standardlastprofile misst der Netzbetreiber viertelstündlich. Dann gibt es keine Listenpreise mehr, sondern ein Angebot auf Ihre gemessene Kurve.

Sie müssen Ihr Profil nicht kennen. Der Rechner fragt nach Postleitzahl und Verbrauch und setzt das Profil selbst. Wenn Sie es prüfen wollen: Es steht auf Ihrer Jahresabrechnung, meist in der Zeile zum Netznutzungsentgelt.

Netto statt brutto

Für Betriebe ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten. Der Gewerbegas-Rechner weist deshalb Nettopreise aus, der Haushaltsrechner brutto. Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, muss das mitrechnen, sonst wirkt der Gewerbetarif um 19 Prozent günstiger, als er ist.

bruttonetto
Grundversorgung, Durchschnitt12,37 ct/kWh10,39 ct/kWh
günstigster Tarif, Durchschnitt10,44 ct/kWh8,77 ct/kWh

Eigene Erhebung über 6.976 Postleitzahlen bei 20.000 kWh und Lastprofil h0, netto durch Herausrechnen der 19 Prozent Umsatzsteuer. Größenordnung, kein Gewerbepreis: Die Erhebung läuft auf Haushaltstarifen. Tatsächliche Gewerbeangebote liefert der Rechner. Stand: 5. September 2026.

Was im Gewerbepreis steckt

Der Arbeitspreis ist nur ein Teil. Diese Bestandteile zahlen Betriebe wie Haushalte, mit zwei Besonderheiten:

  • Energiesteuer. Für Gas zur Verstromung oder für bestimmte Prozesse gibt es Entlastungstatbestände. Das ist ein Steuerthema, kein Tarifthema – klären Sie es mit Ihrer Steuerberatung, nicht mit dem Versorger.
  • CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Er trifft Betriebe genauso. Wie hoch er ist und was ab 2027 gilt, steht auf der Seite Heizkosten mit Gas.
  • Konzessionsabgabe. Für Sondervertragskunden gilt ein niedrigerer Höchstsatz als für Tarifkunden.
  • Netzentgelt. Hängt am Netzgebiet und am Lastprofil, nicht am Anbieter.

Worauf Betriebe besonders achten sollten

  • Kündigungsfristen sind länger. Gewerbeverträge laufen häufig über 24 Monate mit drei Monaten Frist. Ein verpasster Termin verlängert um ein volles Jahr.
  • Preisgarantie prüfen, nicht nur zählen. Eine eingeschränkte Garantie nimmt Steuern, Abgaben und Netzentgelte aus – also genau die Posten, die zuletzt gestiegen sind.
  • Verbrauchsprognose realistisch ansetzen. Wer zu niedrig schätzt, zahlt nach; wer zu hoch schätzt, bindet Kapital in Abschlägen.
  • Ein Wechsel unterbricht die Versorgung nicht. Auch im Gewerbe übernimmt der neue Versorger die Kündigung.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt ein Gewerbetarif?

Ab rund 50.000 Kilowattstunden im Jahr. Darunter sind die Haushaltstarife meist günstiger, weil dort mehr Anbieter konkurrieren. Der Rechner blendet die Gewerbefrage genau ab dieser Schwelle ein.

Warum sehe ich ab 1,5 Millionen kWh keine Tarifliste mehr?

Weil es in dieser Größenordnung keine Listenpreise gibt. Der Preis entsteht in einer Ausschreibung auf Ihr Lastprofil. Wir leiten die Anfrage an einen Fachpartner weiter, der ein individuelles Angebot rechnet.

Sind Ihre Gewerbepreise netto oder brutto?

Netto. Der Gewerbegas-Rechner weist alle Preise ohne Umsatzsteuer aus, weil sie für Betriebe ein durchlaufender Posten ist. Der Haushaltsrechner arbeitet brutto.

Welches Lastprofil hat mein Betrieb?

Das ordnet der Netzbetreiber zu; es steht auf Ihrer Jahresabrechnung. Für den Vergleich müssen Sie es nicht kennen, der Rechner setzt es anhand des Verbrauchs.