Gasverbrauch verstehen
Anders als beim Strom kennt kaum jemand seinen Gasverbrauch auswendig. Er hängt fast vollständig an der beheizten Fläche – und lässt sich deshalb gut abschätzen, wenn man weiß, mit welchem Wert man rechnet.
Die Faustzahl: rund 133 kWh je Quadratmeter
Der Heizspiegel für Deutschland weist den Erdgasverbrauch in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr aus, gestaffelt nach Gebäudegröße. Für den mittleren Bereich liegt er bei rund 133 Kilowattstunden je Quadratmeter. Damit ergibt sich diese Staffel:
| Wohnfläche | Verbrauch im Jahr | Kosten Grundversorgung | Kosten bester Tarif |
|---|---|---|---|
| Wohnung, rund 50 m² | 7.000 kWh | 937 € | 771 € |
| Wohnung, rund 80 m² | 11.000 kWh | 1.473 € | 1.212 € |
| große Wohnung, rund 100 m² | 13.000 kWh | 1.741 € | 1.432 € |
| Einfamilienhaus, rund 150 m² | 20.000 kWh | 2.678 € | 2.203 € |
| großes Haus, rund 200 m² | 27.000 kWh | 3.615 € | 2.974 € |
Gerechnet mit rund 133 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Quelle: Heizspiegel für Deutschland, co2online im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz; Gegenprobe mit dem Referenzverbrauch des BDEW. Die Stufe von 150 Quadratmetern entspricht dem Referenzverbrauch dieser Seite von 20.000 kWh. Baujahr, Dämmung, Heizverhalten und Warmwasser verschieben den Wert erheblich; maßgeblich ist Ihre letzte Abrechnung. Kosten aus eigener Erhebung, Stand: 5. September 2026.
Warum die Zahlen so grob sind. Wir runden bewusst auf volle Tausend. Eine Stelle hinter dem Komma würde eine Genauigkeit vortäuschen, die es bei Baujahr, Dämmung, Heizverhalten und Warmwasserbereitung nicht gibt. Für den Tarifvergleich reicht die Größenordnung; für die Abrechnung zählt allein Ihr Zähler.
Die Gegenprobe
Eine Faustzahl ist nur so gut wie ihre Kontrolle. Der BDEW weist für einen Haushalt mit Gasheizung einen Jahresverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunden aus. Genau dieser Wert ist unser Referenzverbrauch – und er entspricht in der Heizspiegel-Staffel einem Einfamilienhaus von etwa 145 bis 155 Quadratmetern. Zwei unabhängige Quellen treffen sich also an derselben Stelle. Das macht die Staffel plausibel.
Was den Verbrauch nach oben oder unten verschiebt
Der größte Einzelfaktor. Zwischen einem unsanierten Altbau und einem Neubau nach heutigem Standard liegt beim spezifischen Verbrauch leicht der Faktor drei.
Wird das Warmwasser ebenfalls mit Gas bereitet, kommen grob 12 bis 15 Prozent auf den Heizverbrauch obendrauf.
Ein Grad mehr oder weniger verschiebt den Bedarf um rund sechs Prozent.
Eine Mittelwohnung wird von den Nachbarn mitgeheizt, eine Dach- oder Eckwohnung nicht.
Den eigenen Verbrauch ablesen
Der sicherste Weg führt an der Faustzahl vorbei: Auf der Jahresabrechnung steht der Verbrauch in Kilowattstunden. Der Gaszähler selbst zählt allerdings in Kubikmetern. Die Umrechnung erfolgt über Zustandszahl und Brennwert, die beide auf der Abrechnung stehen:
kWh = Kubikmeter × Zustandszahl × Brennwert
Die Zustandszahl liegt meist um 0,95, der Brennwert je nach Gasqualität zwischen etwa 9,5 und 11,5 kWh je Kubikmeter. Als grobe Näherung entspricht ein Kubikmeter Erdgas rund zehn Kilowattstunden.
Wer unterjährig kontrollieren will, liest den Zähler zweimal im Abstand einer Woche ab und rechnet hoch. Wichtig ist, dass beide Ablesungen in dieselbe Jahreszeit fallen – eine Januarwoche auf zwölf Monate hochzurechnen führt weit an der Wirklichkeit vorbei.
Mit meinem Verbrauch vergleichen
Häufige Fragen
Wie viel Gas verbraucht ein Einfamilienhaus?
Bei rund 150 Quadratmetern etwa 20.000 Kilowattstunden im Jahr. Das entspricht dem Referenzverbrauch des BDEW und deckt sich mit der Staffel des Heizspiegels von rund 133 kWh je Quadratmeter.
Wie rechne ich Kubikmeter in Kilowattstunden um?
Kubikmeter mal Zustandszahl mal Brennwert. Beide Werte stehen auf Ihrer Abrechnung; die Zustandszahl liegt meist um 0,95, der Brennwert zwischen 9,5 und 11,5 kWh je Kubikmeter. Grob entspricht ein Kubikmeter rund zehn Kilowattstunden.
Zählt Warmwasser mit?
Wenn es mit Gas bereitet wird, ja. Rechnen Sie grob 12 bis 15 Prozent auf den reinen Heizverbrauch auf. Bei elektrischer Warmwasserbereitung bleibt der Gasverbrauch davon unberührt.
Warum fragt Ihr Rechner nach Quadratmetern statt nach Personen?
Weil der Gasverbrauch an der beheizten Fläche hängt und kaum an der Zahl der Bewohner. Beim Strom ist es umgekehrt. Sie können den vorgeschlagenen Wert jederzeit überschreiben.
