Alternativen zur Gasheizung

Wir vermitteln Gastarife und haben kein Interesse daran, Ihnen die Gasheizung auszureden. Trotzdem gehört die Frage hierher: Wer heute eine Heizung ersetzt, entscheidet für die nächsten zwanzig Jahre. Diese Seite ordnet die Alternativen sachlich ein.

Der Ausgangspunkt. Gas kostet derzeit im Mittel 12,37 ct/kWh in der Grundversorgung und 10,42 ct/kWh im günstigsten Tarif. Bei 20.000 Kilowattstunden sind das 2.678 beziehungsweise 2.205 Euro im Jahr. Jede Alternative muss sich an diesen Betriebskosten messen lassen – und zusätzlich an ihren Anschaffungskosten. Stand: 5. September 2026, eigene Erhebung.

Was das Gebäudeenergiegesetz verlangt

Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für neu eingebaute Heizungen vor, dass sie zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Drei Punkte werden dabei regelmäßig verwechselt:

  • Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen und dürfen repariert werden. Es gibt keine Austauschpflicht, solange die Anlage funktioniert.
  • Die Pflicht hängt an der kommunalen Wärmeplanung. Erst wenn Ihre Gemeinde ihre Planung vorgelegt hat, greift die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen in vollem Umfang. Die Fristen unterscheiden sich nach Gemeindegröße.
  • Eine Gasheizung bleibt zulässig, wenn sie den erneuerbaren Anteil auf anderem Weg erreicht, etwa als Hybridanlage oder perspektivisch mit Biomethan.

Grundlage: Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Wärmeplanungsgesetz (WPG). Wir geben den Rahmen wieder und ersetzen keine Energieberatung; die Fristen Ihrer Gemeinde erfahren Sie bei der Kommune. Die kommunale Wärmeplanung führen wir bewusst nicht als Datensatz, weil uns dafür keine belastbare bundesweite Quelle vorliegt – eine unvollständige Karte wäre hier schlechter als keine.

Die vier Wege im Vergleich

WegWann er passtWogegen er sich rechnen muss
WärmepumpeGut gedämmtes Gebäude, Flächenheizung oder große Heizkörper, Vorlauftemperatur unter etwa 55 °C.Strompreis geteilt durch Jahresarbeitszahl. Erst dieser Quotient ist mit dem Gaspreis von 10,42 ct/kWh vergleichbar – nicht der Strompreis selbst.
FernwärmeWo ein Netz liegt oder im Rahmen der Wärmeplanung entsteht. Kein Heizraum, keine Wartung.Langfristige Bindung und ein Anbieter ohne Wettbewerb. Preisänderungen folgen einer Formel im Vertrag, nicht dem Markt.
HybridBestandsgebäude, in dem eine reine Wärmepumpe die kalten Tage nicht schafft.Zwei Anlagen kosten zweimal Anschaffung und Wartung. Der Gasanteil sinkt, er verschwindet nicht.
Gasheizung erneuernWenn die Alternativen am Gebäude scheitern oder die Wärmeplanung noch aussteht.Der CO2-Preis steigt planbar und wird ab 2027 marktbasiert. Diese Unsicherheit läuft über die gesamte Nutzungsdauer mit.

Der Rechenfehler, der am häufigsten passiert

Wärmepumpenstrom kostet je Kilowattstunde deutlich mehr als Gas. Das ist richtig und trotzdem kein Argument, denn eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Verglichen werden muss der Preis je Kilowattstunde Wärme:

Wärmepreis = Strompreis ÷ Jahresarbeitszahl

Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 wird aus 30 ct/kWh Strom ein Wärmepreis von rund 8,6 ct/kWh. Der Gaspreis muss dagegen nur durch den Kesselwirkungsgrad geteilt werden, der bei Brennwertgeräten nahe eins liegt – aus 10,42 ct/kWh Gas werden also etwa 10,97 ct/kWh Wärme.

Die Jahresarbeitszahl ist der entscheidende und zugleich unsicherste Wert: Sie hängt am Gebäude, an der Vorlauftemperatur und an der Einregulierung. Wir nennen hier bewusst ein Rechenbeispiel und keine Prognose für Ihr Haus. Der Gaspreis stammt aus unserer Erhebung, der Strompreis ist ein Beispielwert.

Was Sie ohne Heizungstausch tun können

Bevor eine neue Anlage in Frage kommt, wirken drei Dinge sofort und kosten wenig: der Wechsel aus der Grundversorgung, der derzeit rund 473 Euro im Jahr bringt, der hydraulische Abgleich und die Absenkung der Vorlauftemperatur. Letztere ist zugleich die beste Vorbereitung auf eine spätere Wärmepumpe: Wenn Ihr Haus mit 50 °C Vorlauf warm wird, ist die Frage technisch bereits beantwortet.

Erst einmal den Gastarif prüfenZurück zu den Heizkosten

Häufige Fragen

Muss ich meine Gasheizung austauschen?

Nein. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Das Gebäudeenergiegesetz richtet sich an neu eingebaute Anlagen, und auch dort hängt der volle Umfang der Vorgabe an der kommunalen Wärmeplanung Ihrer Gemeinde.

Ist eine Wärmepumpe günstiger als Gas?

Das entscheidet die Jahresarbeitszahl. Teilen Sie den Strompreis durch sie, dann haben Sie den Preis je Kilowattstunde Wärme und können ihn mit dem Gaspreis von derzeit 10,42 ct/kWh vergleichen. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 liegt die Wärmepumpe meist vorn, bei 2,5 in einem schlecht gedämmten Gebäude oft nicht.

Was ist die kommunale Wärmeplanung?

Gemeinden legen darin fest, welche Gebiete künftig über Fernwärme, über Wärmepumpen oder über ein Gasnetz versorgt werden sollen. Sie ist die Grundlage dafür, welche Heizung an Ihrer Adresse sinnvoll und zulässig ist. Auskunft gibt Ihre Kommune.

Lohnt sich noch ein Gastarifwechsel, wenn ich ohnehin umsteigen will?

Ja, gerade dann. Ein Heizungstausch dauert von der Entscheidung bis zur Inbetriebnahme meist Monate bis Jahre. In dieser Zeit heizen Sie weiter mit Gas, und der Abstand zwischen Grundversorgung und günstigstem Tarif liegt derzeit bei 17,7 Prozent.