Gaspreise 2027: Grundversorgung könnte zum Jahreswechsel teurer werden
Von Ron Boschert · 29. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 3 Min. · aktualisiert am 28. Oktober 2026
Ausgerechnet die Gas-Grundversorgung könnte für viele Haushalte zum Jahreswechsel wieder teurer werden. Noch bietet sie in manchen Regionen einen überraschenden Preisvorteil gegenüber neuen Gasverträgen. Doch die gestiegenen Einkaufskosten der Versorger könnten diese Situation bereits Anfang 2027 verändern.
Für Haushalte mit Gasheizung ist das besonders interessant. Schließlich fällt ein großer Teil des jährlichen Gasverbrauchs in die Wintermonate. Wenn neue Preise zum 1. Januar gelten, kann sich das direkt auf die Kosten der laufenden Heizperiode auswirken. Derzeit zeigt sich am deutschen Gasmarkt eine ungewöhnliche Entwicklung: Während neu abgeschlossene Verträge auf die hohen Beschaffungspreise reagieren, profitieren manche Grundversorgungstarife noch von früher eingekauften Gasmengen.
Grundversorgung aktuell teilweise günstiger
Im Oktober 2026 liegt der mittlere Preis der örtlichen Gas-Grundversorgung laut einer bundesweiten Marktauswertung bei rund 13,52 Cent je Kilowattstunde. Die günstigsten untersuchten Neuverträge mit zwölfmonatiger Preisgarantie kosten durchschnittlich etwa 13,96 Cent. Bei einem Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden macht dieser Unterschied rechnerisch rund 66 Euro im Jahr aus.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Grundversorgung überall die günstigste Wahl ist. Die tatsächlichen Kosten unterscheiden sich je nach Netzgebiet, Anbieter und Verbrauch. Der aktuelle Preisvorteil lässt sich vor allem mit den unterschiedlichen Einkaufsstrategien erklären. Versorger beschaffen Erdgas häufig langfristig. Dadurch können frühere Einkaufskonditionen noch eine Zeit lang wirken, während neue Angebote bereits unter höheren Marktpreisen kalkuliert werden.
Was Gaskunden ab Januar 2027 erwartet
Ob die Grundversorgung zum Jahreswechsel tatsächlich teurer wird, hängt von den Entscheidungen der einzelnen Energieversorger ab. Nicht überall sind bereits neue Preise angekündigt. Allerdings können gestiegene Beschaffungskosten, Veränderungen bei den Netzentgelten und weitere Preisbestandteile dazu führen, dass Tarife für 2027 angepasst werden.
Für Haushalte gibt es dabei eine wichtige Regelung: Preisänderungen in der Gas-Grundversorgung müssen mindestens sechs Wochen vor ihrem Inkrafttreten öffentlich bekannt gegeben werden. Betroffene Kunden sind außerdem entsprechend zu informieren.Ein weiterer Vorteil der Grundversorgung ist ihre Flexibilität. Haushaltskunden können den Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen und bei Bedarf zu einem anderen Anbieter wechseln.
Wer derzeit einen vergleichsweise günstigen Grundversorgungstarif nutzt, muss deshalb nicht vorschnell wechseln. Erst wenn die neuen Konditionen für 2027 vorliegen, lässt sich beurteilen, ob ein anderer Vertrag wirtschaftlich sinnvoller ist. Für eine erste Einschätzung der jährlichen Gaskosten können Haushalte auf unserer Seite den Gasrechner kostenlos und unverbindlich nutzen.
