Gasspeicher nur zu 61 Prozent gefüllt: Drohen im Winter deutlich höhere Gaspreise?
Von Ron Boschert · 3. November 2026 · Lesezeit ca. 2 Min.
Deutschland startet mit ungewöhnlich niedrigen Gasreserven in die Heizsaison 2026/2027. Anfang November waren die deutschen Gasspeicher lediglich zu rund 61 Prozent gefüllt. Damit wurde das angestrebte Speicherziel von 70 Prozent deutlich verfehlt. Gleichzeitig sind die Großhandelspreise für Erdgas erstmals seit der Energiekrise 2022 wieder über die Marke von 100 Euro pro Megawattstunde gestiegen.
Für Haushalte mit Gasheizung könnte das unangenehme Folgen haben. Vor allem ein kalter Winter würde den Gasverbrauch erhöhen und zusätzliche Einkäufe auf dem ohnehin angespannten europäischen Gasmarkt notwendig machen.
Niedrige Gasspeicher erhöhen das Preisrisiko
Wie ungewöhnlich die aktuelle Situation ist, zeigt der Vergleich mit den vergangenen Jahren:
| Zeitpunkt | Gasspeicher-Füllstand Deutschland |
|---|---|
| Anfang November 2024 | ca. 98 % |
| Anfang November 2025 | ca. 75 % |
| Anfang November 2026 | ca. 61 % |
Die niedrigen Reserven bedeuten nicht automatisch, dass Deutschland im Winter das Gas ausgeht. Über Pipelines und Flüssiggas-Terminals (LNG) wird weiterhin Erdgas importiert. Allerdings können kurzfristige Nachkäufe teuer werden.
Energieexperten warnen deshalb vor einer möglichen Preisrallye. Bei einem besonders kalten Winter könnten die Großhandelspreise zeitweise auf 150 bis 180 Euro pro Megawattstunde steigen.
Was bedeutet das für private Gaskunden?
Steigende Großhandelspreise kommen nicht sofort bei den Verbrauchern an. Viele Versorger haben sich bereits im Voraus Gasmengen gesichert. Bleiben die Beschaffungskosten jedoch länger hoch, könnten auch die Gastarife für Haushalte teurer werden.
Wie stark sich unterschiedliche Arbeitspreise auswirken, zeigt ein Beispiel für einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch:
| Gaspreis pro kWh | Jährliche Verbrauchskosten |
|---|---|
| 10 Cent | 2.000 € |
| 12 Cent | 2.400 € |
| 14 Cent | 2.800 € |
Beispielrechnung ohne Grundpreis. Die Werte stellen keine Prognose der tatsächlichen Gaspreise dar.
Schon zwei Cent mehr pro Kilowattstunde bedeuten bei diesem Verbrauch zusätzliche Kosten von 400 Euro im Jahr. Ob es tatsächlich zu weiteren Preissteigerungen kommt, hängt vor allem vom Winterwetter und der Entwicklung auf den internationalen Energiemärkten ab.
Wer sich vor möglichen Mehrkosten schützen möchte, sollte seinen bestehenden Gasvertrag überprüfen. Mit unserem kostenlosen Gaspreisvergleich können Sie verfügbare Gastarife an Ihrem Wohnort vergleichen und herausfinden, ob sich ein Anbieterwechsel für Sie lohnt.
