Gas im Winter: Warum eine Preisgarantie jetzt wertvoll werden kann
Von Ron Boschert · 28. September 2026 · Lesezeit ca. 2 Min. · aktualisiert am 13. September 2026
Die Heizsaison rückt näher und am Gasmarkt steigen die Preise wieder. Laut einer Analyse von Verivox sind die Gaspreise im Großhandel derzeit so hoch wie seit dem Ende der Energiekrise 2023 nicht mehr. Als Gründe nennt das Vergleichsportal unter anderem niedrige Gasspeicherfüllstände und anhaltende Konflikte im Nahen Osten.
Für Haushalte ist das noch keine automatische Preiserhöhung. Viele Versorger kaufen Gas langfristig ein. Dadurch kommen höhere Beschaffungskosten oft erst mit Verzögerung bei Bestandskunden an. Trotzdem wird der Winter für Gaskunden wieder zur Rechenfrage.
Neukundentarife sind bereits teurer geworden
Nach Angaben von Verivox sind günstige Gasangebote für Neukunden seit Anfang März 2026 von rund 8 Cent auf rund 10 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Bei einem Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht das Mehrkosten von etwa 400 Euro. Flächendeckende Preiserhöhungen bei Bestandskunden sieht Verivox bislang nicht. Sollte das hohe Niveau im Großhandel länger bestehen bleiben, hält das Portal später aber Preissteigerungen von 10 bis 20 Prozent für möglich. Das ist keine sichere Prognose, zeigt aber den wachsenden Druck am Markt.
Der Vertrag entscheidet über den Winter
Für Gaskunden kommt es jetzt besonders auf die eigenen Vertragsdaten an. Wichtig sind Arbeitspreis, Grundpreis, Jahresverbrauch, Laufzeit und Preisgarantie. Wer nur den monatlichen Abschlag kennt, weiß oft nicht, ob der Tarif wirklich noch passt.
Interessant ist vor allem der Vergleich zur Grundversorgung. Laut Verivox kostet Gas in günstigen Neukundenangeboten derzeit rund 10 Cent pro Kilowattstunde, während der örtliche Grundversorgungstarif im Bundesschnitt bei über 13 Cent pro Kilowattstunde liegt. Bei 20.000 Kilowattstunden Verbrauch ergibt sich daraus rechnerisch ein Unterschied von rund 600 Euro pro Jahr.
Ein Wechsel muss trotzdem nicht überstürzt werden. Sinnvoll ist zuerst ein Blick in die eigene Abrechnung: Wann endet der Vertrag? Gilt noch eine Preisgarantie? Und wie hoch ist der aktuelle Kilowattstundenpreis? Für eine erste Einschätzung der jährlichen Gaskosten können Haushalte auf unserer Seite den Gasrechner kostenlos und unverbindlich nutzen.
