Wird Gas teurer? Gutachten bringt höhere Erdgassteuer ins Spiel

Von Ron Boschert · 29. September 2026 · Lesezeit ca. 2 Min.

Gaskunden müssen sich mit einer neuen Debatte beschäftigen: Ein Gutachten der Stiftung Klimaneutralität schlägt vor, Strom für Haushalte günstiger zu machen und dafür unter anderem Erdgas stärker zu belasten. Beschlossen ist eine solche Änderung nicht. Es handelt sich zunächst um einen Vorschlag für die Energiepolitik.

Der Hintergrund: Strom ist in Deutschland für private Haushalte stark mit Steuern, Abgaben und Umlagen belastet. Gas wird pro Kilowattstunde deutlich niedriger belastet. Das Gutachten will diese Lücke verkleinern, damit sich elektrische Lösungen wie Wärmepumpen im Vergleich zu Gasheizungen eher rechnen.

Erdgassteuer könnte steigen

Nach Angaben der Stiftung Klimaneutralität könnte Haushaltsstrom um knapp 6 Cent pro Kilowattstunde günstiger werden, wenn die Stromsteuer auf das europäische Minimum sinkt und auf Strom nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden. Ein Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch könnte dadurch rund 200 Euro im Jahr sparen.

Finanziert werden soll die Entlastung teilweise über Erdgas. Derzeit beträgt die Gassteuer für Haushaltskunden 0,55 Cent pro Kilowattstunde. Im Gutachten wird eine Anhebung auf 1 Cent pro Kilowattstunde genannt. Für einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch wären das laut Bericht rund 110 Euro brutto Mehrkosten im Jahr.

Noch keine beschlossene Änderung

Für Gaskunden ist wichtig: Aktuell handelt es sich nicht um eine neue Regel, sondern um einen Reformvorschlag. Ob die Politik diesen Weg aufgreift, ist offen. Trotzdem zeigt die Debatte, dass Gaspreise künftig nicht nur vom Großhandelspreis abhängen, sondern auch stärker durch Steuern und politische Vorgaben beeinflusst werden können.

Wer mit Gas heizt, sollte deshalb den eigenen Verbrauch und den aktuellen Tarif kennen. Entscheidend sind Arbeitspreis, Grundpreis, Jahresverbrauch, Vertragslaufzeit und Preisgarantie. Gerade Haushalte mit hohem Verbrauch würden zusätzliche Belastungen stärker spüren als Haushalte mit niedrigem Gasverbrauch.

Ein Tarifwechsel kann eine Steueränderung zwar nicht verhindern. Er kann aber helfen, den eigenen Arbeitspreis und die jährlichen Kosten besser einzuordnen. Für eine erste Einschätzung der jährlichen Gaskosten können Haushalte auf unserer Seite den Gasrechner kostenlos und unverbindlich nutzen.