Gasspeicher reichen laut Bundesnetzagentur: Warum es trotzdem teurer werden kann

Von Ron Boschert · 7. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 2 Min. · aktualisiert am 5. Oktober 2026

Viele Haushalte blicken mit Sorge auf den kommenden Winter. Die Gasspeicher in Deutschland sind im Vergleich zu früheren Jahren niedriger gefüllt, gleichzeitig heizen Millionen Menschen weiter mit Erdgas. Die Bundesnetzagentur sieht die Versorgungslage dennoch nicht kritisch.

Behördenchef Klaus Müller erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Deutschland habe bereits mehr Gas eingespeichert, als im gesamten vergangenen Winterhalbjahr aus den Speichern entnommen worden sei. Außerdem bleibe noch Zeit für weitere Einspeicherungen. Für Gaskunden bedeutet das: Eine Mangellage steht nach dieser Einschätzung nicht im Vordergrund. Das größere Risiko liegt derzeit beim Preis.

Warum niedrigere Speicherstände nicht automatisch Knappheit bedeuten

Die heutigen Speicherstände lassen sich nur begrenzt mit früheren Jahren vergleichen. Deutschland hat seine Bezugsquellen seit der Energiekrise breiter aufgestellt. Neben Pipelinegas, etwa aus Norwegen, stehen inzwischen auch LNG-Terminals an der Küste zur Verfügung. Über Flüssigerdgas können zusätzliche Mengen am Weltmarkt beschafft werden.

Das macht die Versorgung flexibler als in früheren Jahren. Trotzdem bleiben niedrige Speicherstände ein Signal, das der Markt genau beobachtet. Wenn Gas im Winter stärker nachgefragt wird oder geopolitische Risiken zunehmen, kann das die Großhandelspreise belasten.

Für Haushalte zählt der eigene Vertrag

Verivox rechnet wegen der gestiegenen Großhandelspreise und des kommenden Winters mit höheren Gaspreisen für Haushalte. Ob und wann das bei einzelnen Kunden ankommt, hängt aber vom jeweiligen Anbieter, der Beschaffungspolitik und dem Vertrag ab.

Wichtig sind vor allem Arbeitspreis, Grundpreis, Jahresverbrauch, Vertragslaufzeit und Preisgarantie. Eine Preisgarantie kann vor steigenden Beschaffungskosten schützen, gilt aber nicht immer für alle Preisbestandteile. Deshalb sollten Gaskunden die Bedingungen genau prüfen. Besonders aufmerksam sollten Haushalte sein, deren Preisgarantie bald endet, die in der Grundversorgung sind oder lange keinen Tarifvergleich gemacht haben. Auch der eigene Verbrauch spielt eine große Rolle: Wer mit Gas heizt, verbraucht im Winter oft einen großen Teil der Jahresmenge.

Eine Entwarnung bei der Versorgung heißt also nicht automatisch Entwarnung bei den Kosten. Für eine erste Einschätzung der jährlichen Gaskosten können Haushalte auf unserer Seite den Gasrechner kostenlos und unverbindlich nutzen.