Gas wird zum Jahreswechsel teurer: Bis zu 20 Prozent mehr möglich
Von Ron Boschert · 5. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 2 Min.
Gaskunden müssen sich auf ein teureres Marktumfeld einstellen. Nach Einschätzung von Verivox könnten weitere Versorger ihre Preise spätestens zum Jahreswechsel anheben. Wegen hoher Einkaufskosten seien Erhöhungen von bis zu 20 Prozent möglich.
Wichtig ist: Das ist keine pauschale Ansage für jeden Haushalt. Ob und wann höhere Gaspreise ankommen, hängt vom Anbieter, vom Vertrag und von einer möglichen Preisgarantie ab. Viele Versorger kaufen Gas langfristig ein, sodass höhere Großhandelspreise oft erst mit Verzögerung bei Bestandskunden sichtbar werden.
Speicherstände machen den Markt nervös
Ein Grund für den Preisdruck sind die vergleichsweise niedrigen Speicherstände vor dem Winter. Ende September lagen die deutschen Gasspeicher deutlich niedriger als in vielen früheren Jahren. Gleichzeitig belasten geopolitische Risiken und höhere Einkaufskosten den Markt.
Verivox erwartet keine neue Mangellage. Das Problem liegt derzeit eher beim Preis als bei der Versorgung. Wenn Versorger teurer einkaufen müssen, kann sich das später in neuen Tarifen und höheren Abschlägen bemerkbar machen.
Für eine Familie im Einfamilienhaus könnte die jährliche Gasrechnung laut Verivox im Schnitt auf etwa 2.400 Euro steigen. Genannt werden Mehrkosten von rund 400 Euro gegenüber dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Je nach Tarif und Verbrauch kann die Belastung aber niedriger oder höher ausfallen.
Diese Kunden sollten genau hinschauen
Besonders aufmerksam sollten Haushalte sein, deren Preisgarantie bald endet, die in der Grundversorgung sind oder lange keinen Tarifvergleich gemacht haben. Auch wer einen hohen Jahresverbrauch hat, spürt Preisänderungen beim Gas besonders stark.
Wichtig sind Arbeitspreis, Grundpreis, Jahresverbrauch, Laufzeit und Preisgarantie. Eine Preisgarantie kann vor steigenden Beschaffungskosten schützen, gilt aber nicht immer für alle Preisbestandteile. Steuern, Umlagen oder Netzentgelte können je nach Vertrag ausgenommen sein. Ein Wechsel verhindert keine allgemeine Marktentwicklung. Er kann aber helfen, die eigenen Kosten besser einzuordnen und einen zu teuren Tarif zu vermeiden.
Für eine erste Einschätzung der jährlichen Gaskosten können Sie auf unserer Seite den Gasrechner kostenlos und unverbindlich nutzen.
