Gasrechnung vor dem Winter: Wo der Wechsel jetzt richtig Geld bringt
Von Ron Boschert · 14. September 2026 · Lesezeit ca. 2 Min. · aktualisiert am 13. September 2026
Kurz vor der Heizsaison wird Gas wieder zum Kostenthema. Nach einer aktuellen Verivox-Auswertung sind die Preise am europäischen Großhandelsmarkt auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Anfang September lag der niederländische TTF-Gaspreis demnach bei knapp 74 Euro je Megawattstunde.
Für Haushalte ist aber nicht nur der Großhandelspreis wichtig. Entscheidend ist, was im eigenen Vertrag steht und in welchem Bundesland man wohnt. Genau dort zeigen sich laut Verivox deutliche Unterschiede.
Thüringen teuer, Hamburg und Berlin günstiger
Ein Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt laut Verivox bundesweit derzeit im Schnitt 2.351 Euro pro Jahr für Gas. Am teuersten ist Gas demnach in Thüringen mit durchschnittlich 2.522 Euro. Danach folgen Sachsen mit 2.500 Euro, Mecklenburg-Vorpommern mit 2.460 Euro und das Saarland mit 2.451 Euro.
Deutlich niedriger liegen die jährlichen Kosten in Hamburg und Berlin. Dort nennt Verivox Durchschnittswerte von 2.146 Euro beziehungsweise 2.150 Euro. Als Gründe für regionale Unterschiede gelten unter anderem Netzentgelte, Messkosten und die Einkaufspolitik der örtlichen Versorger.
Grundversorgung kann deutlich teurer sein
Besonders auffällig ist der Abstand zwischen Grundversorgung und günstigeren verfügbaren Tarifen. Bundesweit kostet die Grundversorgung laut Verivox im Schnitt 2.683 Euro pro Jahr. Der günstigste empfohlene Tarif mit Bonus liegt dagegen bei durchschnittlich 2.192 Euro. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Sparpotenzial von 491 Euro im Jahr.
Am größten ist die Differenz in Thüringen. Dort beziffert Verivox die durchschnittlichen Kosten der Grundversorgung auf 3.244 Euro, während der günstigste empfohlene Tarif bei 2.279 Euro liegt. Das entspricht einer möglichen Ersparnis von 964 Euro im Jahr.
Für Verbraucher heißt das: Der eigene Wohnort und der aktuelle Vertrag können einen großen Unterschied machen. Gerade wer noch in der Grundversorgung ist oder lange nicht gewechselt hat, sollte vor der Heizperiode seine Zahlen kennen.
Für eine erste Einschätzung der jährlichen Gaskosten können Haushalte auf unserer Seite den Gasrechner kostenlos und unverbindlich nutzen.
